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Freie Schule Salzburg: Lernen mit Eigenverantwortung, Projekten und klaren Strukturen

Salzburg, September 2026 – Die Freie Schule Salzburg startet am 14. September mit einem neu entwickelten pädagogischen Konzept in das Schuljahr. Im Mittelpunkt stehen individuelles Lernen, eigene Projekte, persönliche Begleitung und die schrittweise Übernahme von Verantwortung.


Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung der Schule war die Geschichte eines heute 14-jährigen Schülers. Bereits vor zwei Jahren besuchte er samstags freiwillig einen offenen Lerntag, das sogenannte „Colearning“. Sein Ziel: eine eigene Drohne zu bauen. Weil ihm das Geld für die benötigten Teile fehlte, entwickelte er für kleine Unternehmen Chat-Assistenten und finanzierte damit sein Vorhaben. Aus diesem Projekt entstand schließlich eigene Software, für die es inzwischen erste Kunden gibt.


Beim Colearning lernte er Momo Feichtinger kennen, der seit 2011 im Bildungsbereich arbeitet und Lernwerkzeuge entwickelt. Aus den Erfahrungen dieses gemeinsamen Lerntags entstand die Zusammenarbeit mit der Freien Schule Salzburg. Seit dem Frühsommer wurde das Schulkonzept gemeinsam weiterentwickelt – vom Tagesrhythmus bis zur eigenen Lernplattform. Ab September wird dieser Ansatz auf fünf Schultage pro Woche ausgeweitet.


Öffentlichkeitsrecht und altersgemischtes Lernen


Die Freie Schule Salzburg wurde 2022 geplant und befindet sich seit 2023 in der Strubergasse 26. Die Schule führt die erste bis neunte Schulstufe altersgemischt. Träger ist der gemeinnützige Verein Kreativwerkstatt.


Seit dem Schuljahr 2025/26 verfügt die Schule über das Öffentlichkeitsrecht auf Dauer. Damit erfüllt der Schulbesuch die allgemeine Schulpflicht wie der Besuch einer öffentlichen Schule; auch die Zeugnisse sind staatlich anerkannt. Für Schülerinnen und Schüler aus dem häuslichen Unterricht entfallen damit die jährlichen Externistenprüfungen.


Wärme, Struktur und Herausforderung


Pädagogisch setzt die Schule auf eine Verbindung aus Wertschätzung, klaren Strukturen und anspruchsvollen Lernzielen. Jedes Kind hat eine Mentorin oder einen Mentor, wird morgens persönlich begrüßt und führt regelmäßig individuelle Gespräche.


Gelernt wird sowohl an konkreten Projekten als auch an grundlegenden Fähigkeiten. Dabei gilt: Weiter geht es, wenn ein Kind etwas verstanden hat – nicht allein deshalb, weil ein bestimmter Zeitpunkt im Schuljahr erreicht ist.


Ein zentrales Ziel lautet: Kinder sollen die Erfahrung machen, dass sie sich selbstständig neues Wissen aneignen und eigene Ideen verwirklichen können.


Auch beim Wiedereinstieg soll dieses Prinzip greifen. Kinder, die nach schwierigen Schuljahren Lernlücken haben oder aus dem häuslichen Unterricht kommen, sollen an ihrem tatsächlichen Lernstand ansetzen und von dort aus in ihrem eigenen Tempo weiterarbeiten.


Freiheit durch Verlässlichkeit


Für die Entwicklung der Eigenverantwortung arbeitet die Schule mit sechs Reifestufen. Sie reichen vom „Ankommenden“ bis zum „Steuerrad“. Die Freiheiten wachsen dabei mit der Verlässlichkeit: Wer Zusagen einhält, kann seine Projektzeit zunehmend selbst gestalten, Verantwortung für Räume oder jüngere Schülerinnen und Schüler übernehmen und später aktiv zur Kultur der Schule beitragen.


Dieses Prinzip gilt auch für die Werkstatt. Dort stehen unter anderem 3D-Drucker und Schneidplotter sowie ein Film- und ein Podcaststudio zur Verfügung. Für jedes Gerät gibt es einen eigenen „Führerschein“, der Sicherheitsunterweisung, Bedienung, Materialkunde und ein selbstständig angefertigtes Prüfstück umfasst.


Digitale Medien als Werkzeug


Auch digitale Medien werden bewusst eingesetzt. Ein Schultag besteht nicht ausschließlich aus Bildschirmarbeit, sondern verbindet Werkstatt, Küche, Bewegung, Gespräche und praktische Projekte.


Bildschirme kommen gezielt für kurze und konzentrierte Übungsphasen zum Einsatz. Die von Momo Feichtinger entwickelte Lernplattform „Heureka“ soll Kindern zeigen, wo sie gerade stehen und welche Lernschritte als Nächstes anstehen. Auch Eltern erhalten Einblick. Die Plattform kann nach Angaben der Schule ohne KI und sogar offline genutzt werden; jüngere Kinder lernen ohne eigenes Gerät.


Computer, Internet und künstliche Intelligenz sollen dabei nicht Selbstzweck sein, sondern den Lernprozess unterstützen und Erwachsenen mehr Zeit für individuelle Begleitung ermöglichen.


Einblicke bei vier Expos


Wie die Schülerinnen und Schüler arbeiten, kann bei mehreren öffentlichen Expos im Schuljahr erlebt werden. Dabei präsentieren sie, was sie gebaut, geschrieben, gedreht oder gelernt haben.


Die nächsten Termine sind:


26. November 2026: EXPO 1

11. Februar 2027: EXPO 2

13. Mai 2027: EXPO 3

1. Juli 2027: Abschluss-EXPO mit Sommerfest


Interessierte Gäste sind eingeladen, sich vor Ort ein Bild vom Schulalltag zu machen.


Freie Schule Salzburg

Strubergasse 26, 5020 Salzburg


Foto: Freie Schule Salzburg
Foto: Freie Schule Salzburg

 
 
 

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